Schalter, App oder Stimme? Android oder iOS? Smart ist praktisch – aber nicht immer übersichtlich und leicht verständlich. Deshalb hier ein einfacher Überblick für Einsteiger, der bei der Systementscheidung für smarten Sonnen- und Sichtschutz hilft. Außerdem: System-Beispiele von Teba und Erfal.

Beispiel Teba: Beim smarten Sichtschutz kommt das intelligente Motorisierungskonzept MotionBlinds zum Einsatz. Das Antriebssystem bietet eine automatisierte Steuerung per App und Smartphone, Zug- oder Funktfernbedienung und lässt sich ins jeweilige Smart Home-System einbinden. Weitere Features: kabellose Installation, über USB-C aufladbare akkubetriebene Motoren und Matter (over) Thread-Technologie. Das System kann also auch ohne Bridge gesteuert werden. (Foto: Teba, teba.de)
Unsere Wohnwelt wird immer smarter – Kühlschränke liefern Rezepte und Einkaufslisten, Licht und Alarmanlage lassen sich per App steuern, Heizkörper programmieren und Jalousien auf Zuruf öffnen. Praktisch, oder? Auch Sicht- und Sonnenschutz lässt sich heute smart bedienen. Rollos, Plissees, Jalousien, Rollläden, Lamellenvorhänge, Vorhangschienen oder Markisen – all das kann automatisiert werden. Das lohnt sich, wenn wir im Winter Heizkosten sparen und im Sommer kühle Räume möchten, Fenster sehr hoch liegen oder sich im Dach befinden, es viele oder große Fenster gibt oder schwere Vorhänge und Markisen bewegt werden sollen. Und natürlich immer dann, wenn wir es gern bequem haben.
Gesteuert wird je nach System per App (iOS oder Android), Fernbedienung, Wandschalter, Sprachsteuerung über Assistenten wie Alexa oder Siri oder automatisch über Sensoren. Häufig ist eine Kombination sinnvoll, etwa Schalter und App – falls mal das Handy streikt oder verschwunden ist. Mit den smarten Tools lassen sich Zeitpläne festlegen, Szenarien entwickeln, Abläufe nach Sonnenstand und Helligkeit steuern. Sensoren erfassen dabei Licht- und Temperarturbedingungen. Sprachassistenten reagieren auf Befehle wie „mach auf“ oder „roll runter“. Fernbedienung und Wandschalter sind außerdem praktisch für alle, die keinen Zugang zur App haben.
Wer in die smarte Welt einsteigt, sollte sich zunächst fragen, wie viel im Zuhause smart gesteuert werden soll. Nur der Sicht- und Sonnenschutz? Oder auch Licht, Heizung und andere Geräte? Einzelne Produkte lassen sich oft direkt per App bedienen. Sobald mehrere Geräte miteinander kommunizieren sollen, braucht es jedoch ein gemeinsames System. In diesem müssen drei Ebenen zusammenspielen: Plattform, Vermittler und Geräte.
Häufig genutzte Funkstandards zur Kommunikation sind WLAN (Wi-Fi), Zigbee und – in bestimmten Anwendungsfällen – Bluetooth. Zigbee kommt meist nicht allein zum Einsatz, sondern benötigt eine Zentrale, oft als Hub oder Bridge (Vermittler) bezeichnet. Dabei handelt es sich um Hardware, die die technische Grundlage dafür ist, dass Geräte miteinander kommunizieren können. Je nach System bündeln Hub oder Bridge den Datenverkehr und sorgen dafür, dass Funkstandards wie Zigbee oder herstellereigene Protokolle ins heimische Netzwerk und in eine unterstützte Smart-Home-Plattform eingebunden werden.
Die verwendete Smart-Home-Plattform ist zentral, wenn es darum geht, dass Geräte nicht nur technisch verbunden sind, sondern auch wirklich zusammenarbeiten. Ob iOS oder Android genutzt wird, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, welche Smart-Home-Plattform im Hintergrund genutzt wird – etwa Apple Home, Google Home, Alexa, SmartThings oder Home Assistant. Ob Geräte miteinander funktionieren, hängt davon ab, ob sie diese Plattform unterstützen und ob dafür zusätzliche Hardware wie ein Hub oder eine Bridge erforderlich ist.

Beispiel Erfal: Motorisierter Sonnenschutz mit eAccu-Motoren, die den Smart Home-Standard Matter unterstützen und direkt integrierbar sind in die Hubs von Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa. Außerdem bietet Erfal die Systeme Bliss und Somfy an, die ebenfalls flexibel in Smart-Home-Umgebungen zu integrieren sind. Unser Bild: Wabenplissee von DUETTE mit eACCu (Foto: Erfal, erfal.de)
Damit zu Ebene drei: den Geräten. Neben Hardware und Plattform braucht es eine übergeordnete Sprache – einen Software-Standard, der Teil des Geräts selbst ist. Während Hub und Bridge Geräte technisch miteinander verbinden, sorgt dieser einheitliche Software-Standard dafür, dass Geräte plattformübergreifend dieselbe Sprache sprechen.
Ein Beispiel für einen solchen Software-Standard ist Matter – entwickelt von Unternehmen wie Amazon, Google und Apple, um die Zusammenarbeit smarter Geräte zu vereinfachen. Geräte mit Matter-Unterstützung lassen sich plattformübergreifend steuern, etwa Licht einschalten und Jalousien herunterfahren, unabhängig davon, ob Apple Home, Google Home oder Alexa genutzt wird.
Die Kommunikation kann dabei über unterschiedliche Übertragungswege erfolgen, zum Beispiel über WLAN oder über Thread, ein besonders stromsparendes Funkprotokoll für smarte Geräte. Wird Thread genutzt, ist allerdings zusätzlich ein sogenannter Thread-Border-Router erforderlich, etwa ein Apple TV oder ein HomePod mini. Er verbindet das Thread-Netzwerk mit dem heimischen Netzwerk.
Ein Beispiel für diese Anwendung im Bereich Sicht- und Sonnenschutz sind Eve MotionBlinds. Die Lösung setzt auf speziell entwickelte MotionBlinds-Motoren und lässt sich in bestehende smarte Umgebungen integrieren. Durch Matter-Updates bleibt das System langfristig kompatibel und auf dem aktuellen Stand der Technik.
Daneben gibt es klassische Herstellersysteme, etwa von Somfy, einem französischen Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnik im Sonnen- und Sichtschutz. Solche Systeme arbeiten mit eigenen Funkprotokollen und sind als Gesamtlösungen aufeinander abgestimmt.
Somfy bietet mit TaHoma ein Hausautomationssystem, mit dem sich verschiedene Anwendungen per Smartphone, Tablet oder Computer steuern lassen. Zum Einsatz kommen unter anderem die Funktechnologien RTS und io-homecontrol. RTS wird vor allem für Sicht- und Sonnenschutz genutzt – von Jalousien und Rollläden bis zu Markisen. Mit io-homecontrol lassen sich auch weitere Anwendungen einbinden, etwa Licht oder Heizung.
Wer möglichst flexibel bleiben möchte, achtet auf Matter-Kompatibilität. Wer ein in sich geschlossenes, erprobtes System bevorzugt, fährt mit Herstellersystemen oft stressfreier.
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